Erschließung des Braunkohlereviers

Der Cottbuser Bahnhof

Im September 1866 fuhr zum ersten Mal ein Zug auf der Strecke Cottbus-Berlin. Ein Jahr später wurde die komplette Strecke in Betrieb genommen. Bereits 1858 hatten die Cottbuser Stadtvertreter beschlossen, dass die Linie Berlin-Görlitz auch in Cottbus halt machen sollte. Denn parallel zur zunehmenden Erschließung des Braunkohlereviers wurde auch das Eisenbahnnetz weiter ausgebaut. Zu dieser Zeit machten auch die Züge zwischen Halle und Sorau sowie die zwischen Großenhain und Guben Halt in Cottbus.

Im Weiteren wurde nach und nach die Infrastruktur rund um den Bahnhof angepasst. Ein Bahnhofstunnel verband ab 1886 die beiden Bahnsteige beiderseits des Empfangsgebäudes. Der 1873 erbaute Großenhainer Bahnhof, der nur 150 Meter vom Cottbuser Bahnhof an der Strecke Berlin-Görlitz lag, wurde 1890 stillgelegt und als Dienstgebäude für die Eisenbahnverwaltung genutzt. Auf den Gleisen dieses Bahnhofs entstanden Güterverkehrsanlagen. Ab 1874 gab es ein Werk, in dem Dampflokomotiven und Eisenbahnwagen überprüft und repariert wurden.

1899 ging die Strecke zwischen dem Westbahnhof und dem Anschlussbahnhof, der seit 1898 fahrenden Spreewaldbahn in Betrieb. Die erst später als Spreewaldbahn bekannt gewordene Lübben-Cottbuser-Kreisbahn wurde zwischen 1897 und 1898 errichtet. Die Bahn verband Cottbus mit Burg, Straupitz, Lübben, Goyatz und Lieberose. Der neu erbaute Spreewaldbahnhof nahm 1904 den Betrieb auf. Der Ausbau von Cottbus als Verkehrsknoten gab auch der Tuchindustrie Aufschwung und trug zu deren Entwicklung bei.